„Widerspruch“ ist immer aktuell !

Hier kommt nun das Resultat von meiner Lesereise bei LOVELYBOOKS
Ein richtig toller Jugendroman. Auch für Erwachsene, wunderbar.
Absolute Leseempfehlung !!!

„Literaturwerkstatt- kreativ“ rezensiert
„Der Widerspruch“ von Herbert Günther

Die Protagonisten sind Reni, Robert, Jonas und Britta. Aus ihrer jeweiligen Sicht wird geschrieben. Durch den Schreibstil sind einem die Jugendlichen mit ihren Problemen sehr nahe.

  • Reni will weg aus dem Kaff von ihrer Familie.
  • Robert kämpft um das Verständnis seiner Eltern.
  • Jonas muss sich um seine suizidgefährdete Mutter kümmern.
  • Britta muss sich mit ihrer Vergangenheit in der DDR auseinandersetzen.

Vier verschiedene junge Menschen, die alle auf der Suche nach ihrem Weg und ihren Antworten sind, mit Widersprüchen zu kämpfen haben. Der Leser spürt, wie der Nationalsozialismus noch in allen „Poren der Gesellschaft“ steckt. Jede Familie hat ihr Geheimnis, ihre Gespenster, ihre Widersprüche. Auf der anderen Seite spürt man den Aufbruch – andere Musik wird ausprobiert – man beginnt die Gesellschaft zu hinterfragen. Und man will auf keinen Fall so werden, wie seine Eltern.
Mit Fritz Kolbe bringt der Autor eine Figur in die Geschichte, – quasi als Verbote der 68er Bewegung – der nicht ganz unbeteiligt ist am weiteren Geschehen. Denn während der Geburtstagsfeier von Jonas Onkel Eduard wird ein Anschlag auf dessen Villa verübt. Da sich das Thema Widerspruch durch das ganze Buch zieht, macht es natürlich auch vor dem Polizisten Johannes Lembek nicht halt, der den Fall übernimmt.
Das Buch spiegelt deutlich die Zerrissenheit, den Widerspruch der Gesellschaft jener Tage wider.

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Fazit:
Das Buch besticht allein durch seine Gestaltung.
Bei den Wolken kamen mir gleich die „Wolkenbilder“ von René Magritte und Gerhard Richter in den Kopf. Ein möglicher Ausdruck von Freiheit, eigenen Vorstellungen, einem eigenen Leben. Aber auch das Teilzitat „Leben ist aussuchen“ von Kurt Tucholsky untermalt natürlich die Thematik des Buches.
Da das Buch um 1963 spielt, sind die Zeitungssplitter vor jedem Teilabschnitt eine wunderbare Idee. So bekommt man noch einmal einen kleinen Geschichtsdiskurs.
Das Buch ist flüssig und verständlich geschrieben, man möchte gar nicht aufhören zu lesen. Es ist ein Buch zum Mit- und Weiterdenken. Auch für Erwachsene. Für mich sind es die kleinen Sätze zwischen den Zeilen in diesem Buch, die mir besonders gut gefallen haben und Mut machen, an unsere Gesellschaft weiter zu glauben.

„Wer widerspricht, muss dazu stehen“.
oder:
“Aber so viel weiß ich trotz aller nicht auflösbaren Widersprüche: Es ist richtig, sich für dieses Land einzusetzen.“

Ich fühlte mich teilweise zurückgesetzt in meine Schulzeit. Manche Fragen stellt sich halt jede Generation. Ich hoffe, dass Buch wird von Lehrern und vielen Anderen wahr genommen und findet so Einzug in die Klassenzimmer.
Denn, – das Thema „Widerspruch“ ist immer aktuell !

Autor:
Herbert Günther, geb. 1947, lebt in Friedland bei Göttingen. Nach einer Buchhandelslehre arbeitete er als Lektor sowie als Leiter einer Kinderbuchhandlung. Seit 1988 ist er freier Schriftsteller. Zusammen mit seiner Frau Ulli übersetzt er auch Kinder- und Jugendbücher aus dem Englischen ins Deutsche.

Details:
Gerstenberg Verlag 1.01.2017 / 272 Seiten gebunden / 16,95 Euro
Jugendbuch ab 14 Jahre

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