Askania-Nowa

Bei schönstem Sommerwetter in den tiefsten Winter eintauchen – bei dieser spannenden Geschichte kein Problem.

Ich wünsche allen ein schönes, sonniges, lesereiches Pfingstwochenende.

Lasst es Euch gut gehen !!!

„Literaturwerkstatt- kreativ“ rezensiert

„Winterpferde“ von Philipp Kerr

Philip Kerr lässt seine Geschichte im Winter 1941 in der Ukraine spielen. Maxim (genannt Max) Borisowitsch Melnik lebt dort mit seinem alten Wolfshund Taras im Naturreservat Askania- Nowa. Er ist als einziger Tierwärter geblieben um sich um die restlichen Tiere zu kümmern, die der Krieg bis dahin verschont hat. Vor allem die Przewalski-Pferde die vorm Aussterben bedroht sind, haben es ihm angetan. Eigentlich hat er den Befehl alle Tiere zu töten, damit die Nazis, die in ein paar Tagen Askania-Nowa erreichen werden, kein Fleisch vorfinden werden, um so den Winter dort zu überleben. Seine Liebe zu den Tieren ist jedoch größer, als sein Gehorsam und so tötet Max die Tiere nicht. Er bleibt sogar in Askania- Nowa, um die Tiere vor den Deutschen zu beschützen. Als die Deutschen eintreffen setzt Max anfangs alle Hoffnung auf Hauptmann Grenzmann, denn dieser ist ein ausgesprochener Pferdefreund. Er sieht in den Przewalski-Pferde jedoch eine mindere Rasse und hat den Befehl, alle Pferde töten zu lassen.

„ Das SS-Hauptquartier trifft die Entscheidungen in allen Rassenangelegenheiten. Und im Falle der Przewalski-Pferde hat Berlin mir befohlen, die Arbeit zu vollenden, die die Natur bereits begonnen hat, Max. Nämlich eine biologisch ungeeignete Rasse aus der Tierpopulation des Großdeutschen Reiches zu entfernen………“

So geschieht es. Zwei Przewalski-Pferde können sich aber unvermutet retten. Ein Hengst (Temüdschin) und eine Stute (Börte). Damit Przewalski-Pferde auch in Zukunft weiter gezüchtete werden können, ist es wichtig, dass dieses Pferdepaar überlebt. Zur gleichen Zeit hat sich ein junges Mädchen namens Kalinka auf dem Gebiet des Reservates versteckt. Sie ist Jüdin und auf der Flucht vor den Deutschen, die schon ihre ganze Familie getötet haben. Kalinka schafft es eine enge Beziehung zu den beiden Pferden aufzubauen. Max freundet sich mit Kalinka an und versteckt sie und die beiden Pferde vor den Deutschen. Dann wird die Situation aber so heikel, dass Kalinka und die beiden Pferde nicht mehr in Askania-Nowa bleiben können. Kalinka flieht mit den beiden Pferden. Max gibt Kalinka zum Schutz seinen alten Wolfshund Taras mit. Ein weiter gefährlicher Weg durch die ukrainische Steppe in Richtung russischer Truppen liegt nun vor ihnen. Und das im tiefsten und eisigsten Winter, wo man ihre Spuren im Schnee ständig sehen kann, – und die Deutschen nehmen die Verfolgung auf

 

Urpferde

  Dank an den Rowohlt Taschenbuch Verlag für das Rezensionsexemplar          

Fazit:

Phillip Kerr nimmt einen sowohl mit auf eine Reise in eine andere Welt, als auch in die geschichtliche Vergangenheit. Askania- Nowa gibt es tatsächlich und war auch im Krieg zeitweise von den Deutschen besetzt. In dieses geschichtliche Zeitfenster webt der Autor nun eine wunderschöne, aber auch melancholische Geschichte. Sein Schreibstil ist sehr fesselnd, sodass man gar nicht aufhören möchte zu lesen. Er hat es bei mir geschafft, dass ich mir alle Charaktere – auch die der Tiere – bildhaft und so facettenreich, wie beschrieben, vorstellen konnte. Besonders Max ist mir ans Herz gewachsen mit seiner besonnenen, gradlinigen Art, das Herz am rechten Fleck. Der Autor hat – im Sinne des Romans – eine gute Balance gefunden, einerseits die Gräueltaten des Krieges sehr wohl zu benennen, andererseits ohne jedoch zu ausführlich und detailreich zu werden. Genau richtig für ein Jugendbuch wie ich finde.

Faszinierend finde ich auch das Cover. Der wunderschöne helle Blauton, lässt es richtig winterlich aussehen. Katinka und die beiden Przewalski-Pferde bringen ein wenig Wärme hinein. Der alte Wolfshund Taras, kaum sichtbar hinter einem Baum, als Beschützer der Gruppe.

Ich kann „Winterpferde“ jedem ans Herz legen, der gerne Pferdegeschichten der besonderen Art liest und die Geschichte – auch unsere Geschichte – nicht scheut.

Auch als Klassenlektüre sehr empfehlenswert !!!

Autor:

Philip Kerr/P.B. Kerr wurde 1956 inOLYMPUS DIGITAL CAMERAEdinburgh geboren. 1995 erschien sein erster Roman «Feuer in Berlin» mit zwei weiteren Titeln als «Berlin-Trilogie». Die Reihe um den Privatdetektiv Bernhard Gunther führte Kerr mit den Romanen «Das Janus-Projekt», «Das letzte Experiment», «Die Adlon-Verschwörung», «Mission Walhalla», «Böhmisches Blut», «Wolfshunger» und «Operation Zagreb» fort. Für «Die Adlon-Verschwörung» gewann Philip Kerr den weltweit höchstdotierten Krimipreis der spanischen Mediengruppe RBA und den renommierten Ellis-Peters-Award.Seit 2004 schreibt er als P.B.Kerr an der Fantasy-Kinderbuch-Serie «Die Kinder des Dschinn» und eroberte damit auch das jugendliche Publikum.

Details:

Rowohlt Taschenbuch Verlag ( 2015 ) / 288 Seiten Hardcover / 16,99 Euro / ab 13 Jahre

ISBN-10: 3499217155 / ISBN-13: 978-3499217159

 

2 Gedanken zu “Askania-Nowa

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