Leere Herzen

Die letzte Buchvorstellung in diesem Jahr. Ich wünsche Euch einen guten Rutsch und hoffe das die Dystopien von Juli Zeh niemals Wirklichkeit werden !!! 

„Literaturwerkstatt- kreativ“ stellt vor:

„Leere Herzen“ von Juli Zeh

Der Roman spielt im Jahr 2025. Bundeskanzlerin ist Regula Freyer von der BBB (der Besorgte-Bürger-Bewegung).

Britta Söldner und ihr Geschäftspartner Babak Hamwi leben in Braunschweig und haben eine gemeinsame Praxis „Die Brücke“. Keiner weiß so ganz genau was sich dahinter verbirgt. Die Beiden retten bzw. vermitteln Selbstmörder, in dem sie die Kandidaten mehrere grausame Stufen durchlaufen lassen, um sicher zu gehen, das diese auch wirklich sterben wollen. Viele finden auf diesem Weg wieder zurück ins Leben und sind Britta und Babak sehr dankbar. Andere hingegen halten an ihrem Wunsch zu sterben fest. Diese werden dann als Selbstmordattentäter an bestimmte Institutionen ( z.b. Umwelt -bewegungen, politische Institutionen etc.) weiter vermittelt, und in deren Namen begehen sie dann Selbstmordattentate. Das Geschäft ist durchaus lukrativ und Britta und Babak können sehr gut davon leben. 

Als die „Brücke “ jedoch Konkurrenz bekommt, müssen die beiden handeln und ihren Nebenbuhlern das Handwerk legen. Doch ihre Gegner sind nicht zu unterschätzten…

 

Juli Zeh IV (Kopie)

 

Fazit

Juli Zeh ist in der Literaturszene ja kein unbeschriebenes Blatt mehr, Sie hat bereits viele Literaturpreise gewonnen. Ich hatte bis dato noch kein Buch von ihr gelesen und meine Erwartungen an diesen Roman und an Frau Zeh waren (natürlich auch durch die Literatur-Kritiken) entsprechend hoch.

Das Buch ist auch durchaus spannend und bis weit über die Hälfte war ich gefesselt, ja förmlich gepackt, dann jedoch verflachte der Spannungsbogen und konnte nicht aufrecht erhalten werden. Ab da wirkte der Roman auf mich etwas arg konstruiert und auch das Ende war mir etwas zu weit hergeholt. Ihre Protagonisten sind mir zudem fremd geblieben und gerade Britta konnte ich überhaupt nichts abgewinnen. Aber vielleicht war dies ja genau Frau Zehs Absicht gewesen, – dann hätte sie ja eigentlich alles richtig gemacht. Leider lösen ihre Protagonisten bei mir gar nichts aus, weder Wut, noch Nähe, auch keine Traurigkeit – somit bleiben sie für mich leider zu oberflächlich und somit nicht lange im Gedächtnis.

Was mir aber auf jeden Fall in diesem Buch gefehlt hat ist Humor. Ich habe nicht einmal gelacht, nicht mal geschmunzelt. Gerade bei solch einer Dystopie gehört für mich auch eine Prise Humor dazu.

Juli Zehs Roman gibt viel Stoff zum Nachdenken und zur Diskussion, konnte aber leider meine Erwartungen nicht so ganz Erfüllungen. Vielleicht waren diese aber auch aufgrund der vielen Lobeshymnen viel zu hoch gesteckt. Ich werde auf jeden Fall noch ein weiteres Buch von ihr lesen um meine Meinung nicht von diesem einen Roman abhängig zu machen.

Ich fände es sehr spannend, wenn Ihr den Roman auch lesen würdet, damit wir dann vielleicht darüber diskutieren und ins Gespräch kommen könnten !!!

 


Autorin:

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Besten Dank an den Luchterhand Verlag für das Rezensionsexemplar.

Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, studierte Jura in Passau und Leipzig. Schon ihr Debütroman „Adler und Engel“ (2001) wurde zu einem Welterfolg, inzwischen sind ihre Romane in 35 Sprachen übersetzt. Ihr Gesellschaftsroman „Unterleuten“ (2016) stand über ein Jahr auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Rauriser Literaturpreis (2002), dem Hölderlin-Förderpreis (2003), dem Ernst-Toller-Preis (2003), dem Carl-Amery-Literaturpreis (2009), dem Thomas-Mann-Preis (2013), dem Hildegard-von-Bingen-Preis (2015) sowie dem Literaturpreis der Stahlstiftung Eisenhüttenstadt (2017).

www.juli-zeh.de

 

Details:

Luchterhand Verlag (https://www.randomhouse.de/Buch/Leere-Herzen/Juli-Zeh/Luchterhand-Literaturverlag/e503348.rhd)

(November 2017) / 352 Seiten / 20,00 Euro

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-630-87523-1