Die Spuren meiner Mutter

Jodi Picoult ist schon lange erfolgreich in der Literaturszene, mir aber nur bekannt durch ihre Buchverfilmung „Beim Leben meiner Schwester“. Verfilmungen sind aber immer anderes einzuordnen und von daher fand ich, es sei an der Zeit, auch mal ein Buch von ihr zu lesen.  Und ich habe es nicht bereut, aber lest selbst.  

Ich wünsche Euch eine schöne Woche !!!

Literaturwerkstatt- kreativ“ stellt vor:

Die Spuren meiner Mutter“ von Jodi Picoult

Jenna Metcalf wurde von ihrer Mutter Alice verlassen, als sie drei Jahre alt war.

Alice war Wissenschaftlerin und erforschte mehrere Jahre das Trauerverhalten von Elefanten in Afrika. Dort lernte sie Jennas Vater Thomas Metcalf kennen. Dieser betreut in New Hampshire ein Schutzgebiet für Elefanten. Elefanten die kein Zoo oder Zirkus mehr haben wollte, weil sie als zu schwierig oder gefährlich eingestuft wurden. Als Alice merkt, das sie von Thomas schwanger ist, zieht sie zu ihm in die USA und kümmert sich dort ebenfalls um das Schutzgebiet. Jenna wird geboren.

Eines Nachts wird eine Mitarbeiterin im Elefantengehege ermordet aufgefunden und Alice wird bewusstlos und verletzt in ein Krankenhaus gebracht , aus dem sie jedoch noch in der selben Nacht spurlos verschwindet. Jenna wächst seitdem bei ihrer Großmutter auf, da ihr Vater seit dem Verschwinden ihrer Mutter in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht ist.

Dreizehn Jahre ist Jenna mittlerweile alt und möchte endlich wissen, warum ihre Mutter sie zurückgelassen hat und einfach verschwunden ist. So begibt sie sich auf die Suche nach ihr. Dafür heuert sie die Hellseherin Serenity an. Einst ein gefeierter Star als Medium und Hellseherin, arbeitete sie eng mit der Polizei zusammen und half ihr mit ihren hellseherischen Gaben, vermisste Personen ausfindig zu machen. Nach einer fatalen, falschen Vision die sie hatte, kann sie jedoch keinen Kontakt zu toten Personen mehr aufnehmen. Sie versinkt beruflich in der Bedeutungslosigkeit. Neben Serenity nimmt Jenna noch Kontakt zum Privatdetektiv Virgil auf. Er war der Polizist der damals den Mordfall im Elefantengehege untersuchte. Sie erhofft sich von ihm Antworten auf das Verschwinden ihrer Mutter zu bekommen. Dieser sucht jedoch seit diesem ungelösten Fall sein Heil im Alkohol, arbeitet daher nicht mehr bei der Polizei und schlägt sich seitdem als Privatdetektiv durch.

Dieses sehr ungleiche Trio macht sich nun auf den Weg um Antworten zu finden.

 

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Fazit:

Jodi Picoult ist schon lange erfolgreich in der Literaturszene, mir aber nur bekannt durch ihre Buchverfilmung „Beim Leben meiner Schwester“. Verfilmungen sind aber immer anderes einzuordnen und von daher fand ich, es sei an der Zeit, auch mal ein Buch von ihr zu lesen. „Die Spuren meiner Mutter“ haben mich sofort sowohl vom Cover, als auch bei der Lektüre des Klappentextes her angesprochen und so habe ich mich bewusst für dieses Buch entschieden.

Es ist einfach zu lesen und wird aus der Sicht der einzelnen Personen erzählt. Mit den Protagonisten habe ich mich schnell anfreundet, Picoult hat sie aber auch wunderbar in Szene gesetzt. Und gerade Charaktere wie Vergil und Serenity – gestrauchelte, verlassene, aber liebenswerte Antihelden – machen dieses Buch einfach lesenswert. Humoristische Einlagen durch die verbalen Wortgefechte von Jenna, Serenity und Virgil sind grotesk, komisch. Diese liebevollen Auseinandersetzungen ziehen sich wie ein roter Faden durch das Buch und die nicht ganz einfachen Grundthemen des Buches, – Trauerarbeit und Verlust – verlieren dadurch an Schwere.

Natürlich spielen auch die Elefanten eine wichtige, zentrale Rolle in diesem Buch. Jodi Picoult hat sehr gut recherchiert, an manchen Stellen hatte ich das Gefühl, fast schon ein Sachbuch über Elefanten zu lesen. Diese Informationen sind aber auch nötig, um Elefanten in ihrem Verhalten besser zu verstehen. Gerade die Beschreibungen wie Elefanten trauern wenn sie eine Totgeburt haben, fand ich sehr bemerkenswert und Aufschlussreich im Vergleich zu unserem menschlichen Trauer-Verhalten.

„Die Spuren meiner Mutter“ ist ein spannender und eindrucksvoller Roman mit einem Ende, das ich so überhaupt nicht erwartet habe und das mich völlig überraschte.

Ich kann nur sagen, es wird nicht mein letzter Roman von ihr sein.

Eine absolute Leseempfehlung !!!

 

Autorin:

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Besten Dank an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar

Jodi Picoult, geboren 1966 in New York, studierte in Princeton und Harvard. Seit 1992 schrieb sie mehr als zwanzig Romane, von denen viele Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste waren. Die Autorin wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, wie etwa 2003 mit dem renommierten New England Book Award. Picoult lebt mit ihrem Mann und zahlreichen Tieren in Hanover, New Hampshire. „Die Spuren meiner Mutter“ ist nach dem Weltbestseller „Bis ans Ende der Geschichte“ ihr zweiter Roman bei Penguin.

Details:

Penguin Verlag (9. Oktober 2017) / 528 Seiten / 10,00 Euro

erstmals im Taschenbuchformat / ISBN: 978-3-328-10145-1

Aus dem Englischen von Elfriede Peschel
Originaltitel: Leaving Time
Originalverlag: Ballantine Books, 2014