„Verloren in Eis und Schnee“ von David Morosinotto

Davide Morosinotto hat, wie er es schon bei „Die Misssissippi-Bande“ getan hat, absolut überzeugt. Auch wenn „Verloren in Eis und Schnee“ ein Jugendbuch ist, ist es aber auch durchaus lesenswert für Erwachsene.

Ich wünsche Euch morgen einen schönen Wochenstart !!!

Literaturwerkstatt- kreativ / Blog“ stellt vor:

Verloren in Eis und Schnee“ von David Morosinotto

Die unglaubliche Geschichte der Geschwister Danilow

Russland, Leningrad 1941

Während des zweiten Weltkrieges rückt die Deutsche Armee gegen Russland vor. Die Stadt Leningrad ist betroffen und so werden die Kinder mit Zügen aus der Gefahrenzone gebracht.

Ihr dürft euch nicht verlieren!“, schärft die Mutter ihren 13-jährigen Zwillingen Nadja und Viktor noch ein. Aber bereits im überfüllten Bahnhof von Leningrad werden die beiden auseinandergerissen. Viktor befindet sich am Ende seiner Zugfahrt im entlegenen Sibirien wieder. Nadjas Fahrt endet bereits kurz nachdem sie Leningrad verlassen haben. Mit Freunden schlägt Nadja sich zur Festung Oreschek am Ladogasee durch.

Viktor erfährt durch Nachrichten im Radio, dass der Zug mit der Nr. 76 verbrannt sei. Genau in diesem Zug saß aber seine Schwester. Viktor spürt, dass seine Schwester nicht tot ist und macht sich – allen Widrigkeiten zum Trotz – auf einem langen, gefährlichen Marsch zurück nach Leningrad. Quer durch das verschneite Russland. Wird er Nadja finden ?

 

Verloren II (Kopie)

Bilder: ©„Thienemann 2018 / Shutterstock“

Fazit:

Nachdem mich Davide Morosinotto mit seinem Jugendbuch „Die Misssissippi-Bande“ schon ganz und gar in seinen Bann gezogen hatte, war ich anfangs skeptisch, ob ihm dies mit seinem neuen Buch wieder gelingen würde. Ja, und auch sein neues Buch entfaltete seine Sogwirkung. Morosinotto hat wieder eine sehr packende und spannende Abenteuergeschichte geschrieben, kombiniert mit viel Hintergrundinformationen von Russland in dieser Zeit. Die historischen Geschehnisse für seine Geschichte sind wieder sehr gut recherchiert, die abgebildeten Fotos und Landkarten in dem Buch visualisieren das Gelesene und manches ist so noch plastischer. Zudem wird so das Buch optisch zu einem absoluten Hingucker.

Mit der Trennung der Kinder lässt der Autor die Zwillinge durch Tagebucheinträge aus zwei Perspektiven erzählen. Im Buch farblich durch rot (Viktor) und blau (Nadja) gekennzeichnet. Stilistisch hervorragend gemacht.

Davide Morosinotto hat, wie er es schon bei „Die Misssissippi-Bande“ unter Beweis gestellt hat, einen tollen, sehr unterhaltsamen Schreibstil. Man kommt gut in die Geschichte hinein und kann dem Autor bis zum Schluss hervorragend folgen, denn der Spannungsbogen bricht an keiner Stelle ab. Es ist ein Buch, das alleine durch das Grundthema Krieg, natürlich auch zum Nachdenken anregt. Auch wenn es ein Jugendbuch ist, ist es aber auch durchaus lesenswert für Erwachsene. Der Autor hat aber eine gute Balance gefunden die Gräueltaten des Krieges durchaus zu benennen, sie jedoch nicht allzu ausführlich zu beschreiben. Wie ich finde, genau richtig für ein Jugendbuch.

Ich bin sehr froh, diese tolle Geschichte gelesen zu haben und kann auch diesmal nur Chapeau sagen !!!

 

 

 

Hier der Link zu: „Die Misssissippi-Bande“

mississippi-kopie1

 

Autor:

51BxkITDW-L._SX314_BO1,204,203,200_

Besten Dank an den Thienemann Verlag für das Rezensionsexemplar.

Davide Morosinotto wurde 1980 in Norditalien geboren. Bereits mit 17 Jahren veröffentlichte er seine erste Kurzgeschichte, die auf der Auswahlliste des renommierten italienischen Literaturpreises „Premio Campiello“ stand. Seitdem hat er über 30 Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht, für die er zahlreiche Preise erhalten hat. Davide Morosinotto lebt als Autor, Journalist und Übersetzer in Bologna.

 

Details:

Thienemann Verlag ( 13.09.2018)  (https://www.thienemannesslinger.de/thienemann/buecher/buchdetailseite/verloren-in-eis-und-schnee-isbn-978-3-522-20251-0)

Seiten: 440 / Preis: 18,00 € / ab ca. 12 Jahre

Gebunden mit Tiefprägung und Spotlack / ISBN:978-3-522-20251-0

Übersetzt aus dem Italienischen von Cornelia Panzacchi