„Dornröschen“

Mehrdad Zaerihat hat das Märchen mit seinen bezaubernden Scherenschnitt-Bildern zum Leben erweckt. Ein wahres Buchkunstwerk !!!

“Wenn du intelligente Kinder willst, lies ihnen Märchen vor. Wenn du noch intelligentere Kinder willst, lies ihnen noch mehr Märchen vor.”     Albert Einstein

„Literaturwerkstatt- kreativ / Blog“ stellt vor:

Dornröschen“ von Mehrdad Zaeri und Christina Laube

Es war einmal ein Königspaar, dass sich sehnlichst ein Kind wünschte. Nach langer Zeit wurde der Wunsch erhört und die Königin bekam eine Tochter. Es wurde ein großes Fest ausgerichtet und auch die 12 Feen des Landes wurden eingeladen. Nur für die dreizehnte Fee war kein Platz, denn es gab nur 12 goldene Teller. Daraufhin sprach die dreizehnte Fee einen Fluch aus. Die Königstochter soll sich im Alter von 15 Jahren an einer Spindel stechen und sterben. Die zwölfte Fee hatte ihren Wunsch jedoch noch nicht ausgesprochen und verwandelte den Fluch in einen tiefen hundertjährigen Schlaf. Der König ließ daraufhin alle Spindeln im ganzen Königreiche verbannen.

Kurz nachdem die Königstochter fünfzehn Jahre alt geworden war, entdeckte sie einen alten Turm. Sie stieg die Stufen empor und gelangte in ein kleines Kämmerchen, wo eine alte Frau an einem großen Spinnrad saß. Das Mädchen wollte auch gerne spinnen, nahm die Spindel und stach sich dabei in den Finger. Sogleich ging der Fluch in Erfüllung. Das Mädchen und das gesamte Königreich fielen in einen tiefen Schlaf. Eine riesengroße Dornenhecke wuchs um das Schloss.

Die Menschen erzählten sich vom schlafenden Königreich hinter dem Dornenwald und von der Königstochter, der man den Namen Dornröschen gab.“

Viele Königssöhne versuchten zu Dornröschen zu gelangen, aber keiner schaffte es. Aber nach genau hundert Jahren kam noch Einer und ihm gelang es, bis in den Turm zum schlafenden Dornröschen zu gelangen. Durch einen Kuss von ihm erwachte es und mit ihr das ganze Königreich.

 

Scherenschnitt II (Kopie)

Fotos © Knesebeck Verlag

 

Fazit:

Das gerade bei Kindern sehr beliebte Märchen „Dornröschen“ kennt eigentlich jeder. Ist es nicht bereits in unzähligen Büchern und Filmen dargeboten worden oder hat nicht jeder im Kindergarten zumindest einmal „Dornröschen“ als Singspiel gespielt. Bereits 1812 hatten die Brüder Grimm es an der Stelle 50 (KHM 50) ihrer Kinder- und Hausmärchen veröffentlicht.

Und so war mein erster Gedanke, als ich das Buch sah: ach, noch ein Bilderbuch von „Dornröschen“. Aber zum Glück habe ich näher hingeschaut, denn dieses Bilderbuch ist ein wahres Kunstwerk. Mehrdad Zaerihat hat das Märchen mit seinen bezaubernden Scherenschnitt-Bildern zum Leben erweckt. Einzelne Motive sind besonders liebevoll und filigran gestaltet, wodurch die Fantasie geweckt und beflügelt wird. Die eher dunkleren Farben sind sehr stimmig und passen hervorragend zu den Scherenschnitten. Die filigranen Papierschnitte machen das Märchenbuch zu einem optischen und auch haptischen Erlebnis.

Christina Laube hat den ursprünglichen Text der Brüder Grimm, neu adaptiert. Der Text ist um einiges verkürzt und der ursprüngliche Anfang ganz weglassen worden.

Vor Zeiten war ein König und eine Königin, die sprachen jeden Tag: „Ach, wenn wir doch ein Kind hätten!“ und kriegten immer keins. Da trug sich zu, als die Königin einmal im Bade sass, dass ein Frosch aus dem Wasser ans Land kroch und zu ihr sprach: „Dein Wunsch wird erfüllt werden, ehe ein Jahr vergeht, wirst du eine Tochter zur Welt bringen.“

Leider werden auch in dieser Textbearbeitung aus den ursprünglich „weisen Frauen“ wie in den meisten „Dornröschen“ Bilderbüchern wieder Feen.

Christina Laube schafft es aber in ihrer Bearbeitung, die alte märchenhafte Sprache und auch den roten Faden des ursprünglichen Märchens beizubehalten. Die beiden Künstler haben Text und Illustrationen sehr passend und stimmig aufeinander abgestimmt. Sehr schön fand ich auch, dass der Text auf den einzelnen Seiten eher kein gehalten wird, manchmal sich in einer Ecke des Buches befindet, sodass das Bild mit seiner künstlerischen Schönheit im Vordergrund steht.

Das Märchenbuch hat ein schönes Großformat, sodass man es auch gut in einer Bilderbuchbetrachtung im Kindergarten oder in der Schule zeigen kann.

Dem Künstlerpaar Mehrdad Zaeri und Christina Laube ist ein wahres Buchkunstwerk gelungen und ich hoffe, es werden noch viele weitere folgen!!!

 

 

 

Illustrator:

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Besten Dank an den Knesebeck Verlag für das Rezensionsexemplar.

Mehrdad Zaeri kam im August 1970 in Isfahan/Iran auf die Welt. Als Kind bestand seine Welt aus der Leidenschaft für Spiele und den Ängsten vor dem Leben. Die Ängste hat er mittlerweile gut überwunden. Die Spielfreude ist geblieben. Mit vierzehn wanderte er mit seiner Familie zuerst in die Türkei und dann nach Deutschland aus. Nach dem Abitur beschloss Mehrdad Zaeri Künstler zu werden – ein Ziel, das er durch den Besuch einer Kunstakademie und Taxifahrernächte ohne Fahrgäste, aber mit einem Zeichenblock erreicht: Seine Kalenderreihe „Kuriose Gedenktage“ (Büchergilde / duMont), seine Bühnenauftritte als Live-Artist und nicht zuletzt Buchveröffentlichungen wie die im Baobab Verlag sind bestes Zeugnis davon. Zu den Auftraggebern von Mehrdad Zaeri zählen Brigitte, der Knesebeck Verlag und das Stadttheater Heidelberg.

Weitere Informationen: http://www.mehrdad-zaeri.de

 

Textadaption:

Christina Laube lebt in Mannheim. Sie ist als Fotografin, Autorin und Papierkulissenbauerin für Buchillustrationen tätig. So kann sie Bilder in Geschichten und Geschichten in Bilder packen. Dabei beschäftigt sie sich am liebsten mit dem Menschen und seinem Innenleben.

Weitere Informationen: http://www.bilderlaube.de

 

Details:

Knesebeck Verlag (21.02.2019) / 40 Seiten / 25,00 Euro

Gebunden mit Schutzumschlag / mit 5 Lasercuts /durchgehend farbig illustriert