„Mord auf Bestellung“ von Jack London

Jack London mal ganz anders. Alles, aber kein Thriller. Eher eine philosophische Debatte über Schuld und Sühne !!!

Im Leben geht es nicht immer darum, gute Karten zu haben, sondern manchmal auch ein schlechtes Blatt gut zu spielen.  Jack London

Allen Karnevalsjecken eine schöne Zeit !!!

Literaturwerkstatt- kreativ / Blog“ stellt vor:

Mord auf Bestellung“ von Jack London

Ivan Dragomiloff führt in New York eine Attentatsagentur.

„10.000 $ für einen Polizeichef; 100.000 $ für einen zweitrangigen Monarchen; eine halbe Million für Seine Majestät, den König von England – Diskretion garantiert! “

Die Geschäfte von Dragomiloff laufen hervorragend und es gibt eine lange Warteliste von Kundenaufträgen. Allerdings werden nur Aufträge angenommen und von den Auftragskillern ausgeführt, die auch moralisch vertretbar sind.

Doch dem schwerreichen Winter Hall ist diese Agentur ein Dorn im Auge und er trifft sich mit Ivan Dragomiloff. Bei diesem abendlichen Treffen diskutieren die beiden über Moral, Schuld und Sühne. Winter Hall beauftragt letztendlich Ivan Dragomiloff, den Chef der Agentur – also Ivan Dragomiloff selbst – zu eliminieren. Dragomiloff nimmt den Auftrag für die Agentur an und gibt seinen Auftragskillern den Auftrag ihn selbst zu töten. Denn er sieht seine Tötung als moralisch richtig an. Wenn es ihm gelingt ein Jahr nicht ermordet zu werden, ist der Auftrag hinfällig. Eine Verfolgungsjagd quer durch die USA beginnt…….

 

Jack London II (Kopie)

 

Fazit:

Gerade als Kind und Jugendliche haben mich Jack Londons Abenteuergeschichten immer sehr fasziniert und ich wurde in andere Welten entführt. So war ich sehr erfreut, als ich sah, dass er auch einen Agententhriller geschrieben hat. Veröffentlicht zum 100. Todestag des Autors wurde zuerst vom Manesse Verlag im August 2016 ein Hardcover Buch heraus gebracht, im Dezember 2018 dann vom Penguin Verlag das Taschenbuch.

Meine Vorfreude und Erwartungen auf diesen Thriller waren auf jedenfalls sehr hoch. Ja und wie das so mit Erwartungen ist, manchmal werden sie nicht immer ganz erfüllt. Und das war diesmal der Fall. Für mich ist „Mord auf Bestellung“ eher ein philosophischer Diskurs. Ein Gedankenspiel über Schuld und Sühne, Moral, Ethik und das Töten im Allgemeinen. Dieses Buch ist kein Thriller, sondern eher ein Roman mit krimihaften Zügen. Natürlich regen die Themen zum Nachdenken an und immer wieder kam auch bei mir die Frage nach Recht und Unrecht auf. Leicht zu lesen ist dieser Roman auch nicht, kein Buch also, wo die Seiten nur so dahinfliegen. Manche Stellen musste ich zweimal lesen, um die moralische Diskussion zu verinnerlichen. Außerdem fand ich die dauernden Gespräche die hier geführt werden doch ziemlich in die Länge gezogen.
Interessant bei diesem Buch ist allerdings, das Jack London das Buch nur angefangen hatte zu schreiben, beendet hat es Robert L. Fish. Wobei mir der Teil den Fisch geschrieben hatte, besser gefiel. Er war flüssiger und im ganzen einfach runder und verständlicher. Zur allgemeinen Information und Verständigung sind am Ende des Buches allerdings noch verschiedene Aufzeichnungen. Unter anderem eine Darlegung von Jack London für die Fertigstellung des Buches. Diese verschiedenen Erklärungen fand ich sehr wichtig, um gerade auch das weiterschreiben des Buches von Robert L. Fish besser zu verstehen.

Auf dem hinteren Buchdeckel steht:

„Ein ganz herrliches Buch ! Ich musste mir immer wieder die Lachtränen aus den Augenwinkeln wischen“ Denis Scheck

Ja – und an dieser Stelle musste ich feststellen, dass Herr Scheck und ich einen vollkommen anderen Humor haben, denn zum Lachen gebracht hat mich dieses Buch leider nicht.

Geschmäcker sind halt verschieden und bei diesem Buch wurde meiner nur zum Teil getroffen !!!

 

Autor:

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Besten Dank an den „Penguin Verlag“ für das Rezensionsexemplar.

Jack London wird am 12. Januar 1876 in San Francisco geboren und wächst in ärmlichen Verhältnissen auf. Er schlägt sich als Fabrikarbeiter, Austernpirat, Landstreicher und Seemann durch, holt das Abitur nach, beginnt zu studieren, geht dann als Goldsucher nach Alaska, lebt monatelang im Elendsviertel von London, gerät als Korrespondent im russisch-japanischen Krieg in Gefangenschaft und bereist die ganze Welt. Am 22. November 1916 setzt der berühmte Schriftsteller auf seiner Farm in Kalifornien seinem zuletzt von Alkohol, Erfolg und Extravaganz geprägten Leben ein Ende.

Autor:

Robert L. Fish war ein US-amerikanischer Schriftsteller. Er ist vor allem als Autor von Kriminalromanen international bekannt geworden. Einige seiner Romane und Kurzgeschichten erschienen unter dem Pseudonym Robert L. Pike.

Übersetzer:

Eike Schönfeld, geboren 1949, übersetzt seit 1986 englischsprachige Literatur, unter anderem Werke von J.D. Salinger, Jonathan Franzen und Jeffrey Eugenides. Er wurde vielfach ausgezeichnet: 2004 erhielt er den Ledig-Rowohlt-Übersetzerpreis, 2009 den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Übersetzung für Saul Bellows „Humboldts Vermächtnis“. 2013 wurde er für seine Übertragung von Sherwood Andersons „Winesburg, Ohio“ mit dem Christoph-Martin-Wieland-Übersetzerpreis geehrt.

Nachwort:

Freddy Langer studierte in Frankfurt und den Vereinigten Staaten Amerikanistik, Anglistik sowie Film- und Fernsehwissenschaften. Seit 2002 leitet er das Reiseblatt der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Zugleich betreut er im Feuilleton die Fotografie.

Details:

Penguin Verlag (10.12.2018) (https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Mord-auf-Bestellung/Jack-London/Penguin/e542110.rhd)  /ISBN: 978-3-328-10340-0 / 12,00 Euro Taschenbuch – Broschur / 272 Seiten,

Manesse Verlag (29.08.2016) / Hardcover, Leinen mit Schutzumschlag / 272 Seiten

 24,95 Euro / ISBN: 978-3-7175-2426-7

Originaltitel: The Assassination Bureau Ltd.

Originalverlag: McGraw-Hill Book Company, Inc, New York 1910/1963