„Bella Ciao“ von Raffaella Romagnolo

Eine absolute Leseempfehlung für einen sehr schönen und ergreifenden Familienroman!

„Literaturwerkstatt- kreativ / Blog“ stellt vor:

Bella Ciao“ von Raffaella Romagnolo

Italien / Piemont  / Beginn des 20. Jahrhunderts – 1946

Giulia Masca und ihre Freundin Anita Vergine wachsen unter ärmlichsten Bedingungen in Borgo di Dento auf. Schon als kleine Mädchen müssen sie hart in den Seidenspinnstuben arbeiten. Die beiden werden gemeinsam erwachsen und sind beste Freundinnen. Giulia ist mit Pietro Ferro verlobt. Als dieser sie mit Anita betrügt, verlässt Giulia das Dorf und flüchtet heimlich in die USA.

Nach einem halben Jahrhundert kehrt Giulia in ihre Heimat zurück – sie will Anita noch einmal sehen.

 

Bella Ciao II (Kopie)
Fazit:

Aufgrund des Cover und des Titels wäre dieses Buch beinah an mir vorbeigegangen. Glücklicherweise war ich im März auf der Leipziger Buchmesse und da ist mir – eher zufällig – beim Diogenes Verlag dieser Roman in die Hände gefallen. Darüber bin ich wirklich sehr froh, denn sonst wäre mir eine echte Buchperle entgangen.

Raffaella Romagnolo hat eine mitreißende, ergreifende, nachdenkliche Familiengeschichte geschrieben; sie nimmt uns auf eine außerordentliche, hervorragend recherchierte, geschichtliche Reise mit. Besonders spannend, aber auch aufwühlend fand ich ihre Zeitreise nach Italien. Zum einen ihre Beschreibung von den beiden Mädchen und ihrer Arbeit mit den Seidenraupen in den Spinnstuben. Dann berichtet sie hautnah vom 1. und 2. Weltkrieg und während des 2.Weltkrieg lässt sie uns am italienischen Partisanenkrieg teilhaben.

Die Autorin schreibt flüssig und detailliert, ohne große Abschweifungen, allerdings mit vielen Zeitsprüngen und sehr viel Personal, sodass man schon konzentriert dabeibleiben muss, um nicht den Überblick zu verlieren. Hilfreich, um die einzelnen Personen dieses Romans richtig einzuordnen, fand ich die beigefügten Familienstammbäume vor den drei Hauptteilen.

Sehr detailliert beschreibt Romagnolo ihre Protagonistinnen Giulia und Anita, sodass man sehr vertraut und nahe bei all den Erlebnissen bei ihnen war. Beide Frauen sind schließlich auch Auslöser und Motivation der Geschichte, sozusagen der rote Faden, den die Autorin trotz der vielen Zeitsprünge nicht verliert und am Ende gekonnt zusammenführt.

Eine absolute Leseempfehlung für einen sehr schönen und ergreifenden Familienroman!

 

 

Autorin:

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Besten Dank an den „Diogenes Verlag“ für das Rezensionsexemplar.

Raffaella Romagnolo, geboren 1971 in Casale Monferrato. Sie unterrichtet Geschichte und Italienisch an einem Gymnasium. Seit 2007 schreibt sie auch Romane – mit Erfolg. Für ›La figlia sbagliata‹ war sie für den Premio Strega nominiert. Ihr neuer Roman ›Bella Ciao‹ sorgt international für Aufmerksamkeit und wird in zahlreichen Sprachen erscheinen. Raffaella Romagnolo lebt heute in Rocca Grimalda im Piemont.

 

Details:

Diogenes Verlag (01.04.2019) (https://www.diogenes.ch/leser/titel/raffaella-romagnolo/bella-ciao-9783257070620.html) 528 Seiten / 24,00 Euro / ISBN: 978-3-257-07062-0  Hardcover Leinen mit Schutzumschlag

aus dem Italienischen von Maja Pflug