„Die im Dunkeln sieht man nicht“ von Andreas Götz

Mit diesem tollen Krimi von Andreas Götz wünsche ich Euch ein schönes Wochenende!

„Vom Ernst des Lebens halb verschont ist der schon, der in München wohnt.“ Eugen Roth

Literaturwerkstatt- kreativ / Blog“ stellt vor

Die im Dunkeln sieht man nicht“ (Hörbuch) von Andreas Götz

München 1950

Zwischen Stunde Null und Wirtschaftswunder zieht ein altes Verbrechen neue Kreise“

Karl Wieners hatte jahrelang als Schriftsteller in Berlin gelebt. Seine Frau und seine beiden Töchter waren im Krieg ums Leben gekommen und als ein alter Freund ihm anbot, für ihn als Journalist zu arbeiten, kehrte er zurück in seine alte Heimatstadt München. Der erste Artikel soll über den verschwundenen Kunstschatz der Nazis gehen, der bei Kriegsende aus dem Führerbau verschwunden ist.

Gemeinsam mit seiner Nichte Magda begibt er sich auf die Spur der Bilder. Dabei geraten die beiden nicht nur ins Visier dubioser Schwarzmarktschieber.“



die im dunkeln...IIcdr (Kopie)

Fazit:

Andreas Götz nimmt uns mit in die 50er Jahre nach München. Der Krieg ist gerade mal fünf Jahre vorbei, der Schwarzmarkthandel blüht und trotzdem spürt man, das es nach vorne geht, – das Wirtschaftswunder naht. Der Krimi ist mit viel zeitgenössischem Lokalkolorit gefärbt und so erhält man gleichzeitig noch einen kleinen sehr interessanten Geschichtsdiskurs in und um die Münchener Lokalpolitik.

Der Autor erzählt einen spannenden, abwechslungsreichen, vor allem aber schlüssigen Krimi. Dieser wird durch die einzelnen Erzählstränge, der unterschiedlichen Charaktere, zum Schluss gut zusammengeführt und aufgelöst. Das Ende ist so gefasst, dass der Autor sich eine Fortsetzung offen hält. Die Protagonisten sind allesamt eindrucksvoll gelungen und ihre Kriegserlebnisse gut und nachvollziehbar dargestellt. Im Hörbuch befindet sich in der Innenseite eine Auflistung der wichtigsten handelnden Personen, das sich gerade zu Anfang als ganz hilfreich erweist, denn es ist schon eine Menge Personal, das hier mitspielt.

Richard Barenberg ist als Sprecher immer eine gute Wahl. Hat er mich schon mit seiner Stimme bei einigen Hörbüchern von Guillaume Musso überzeugen können, so schafft er es auch bei diesem Krimi wieder. Er hat einfach eine sehr angenehme und facettenreiche Stimme, der man auch über einen längeren Zeitraum problemlos folgen kann. Zudem kann er gut die verschiedenen Charaktere stimmlich darstellen, ohne jedoch zu übertreiben. Er hat ein absolut gutes Gespür fürs Tempo und Spannung und konnte auch die Stimmung der 50er Jahre hervorragend transportieren.

Andreas Götz bot eine tolle Mischung aus Krimi und Münchener Atmosphäre – hervorragend stimmlich umgesetzt von Richard Barenberg. Gerne weiter so!

 

 

 

978-3-8398-1746-9-2

Besten Dank an den Argon Verlag für das Rezensionsexemplar.

 

Autor:

Ursprünglich wollte Andreas Götz einen Kriminalroman schreiben, der in der Nazi-Zeit spielt. Doch bei der Recherche wurde ihm schnell klar, dass sich die 1950er Jahre viel besser eignen. Ein gesellschaftliches Klima von Schuld, Verdrängung und Selbstbetrug, wie es in dieser Zeit herrschte, bringt alle Voraussetzungen mit, die ein fesselnder Roman braucht. Der Handlungsort München hat sich nicht zuletzt deshalb aufgedrängt, weil Andreas Götz ganz in der Nähe als freier Autor lebt und arbeitet und daher Land und Leute gut kennt. Seine Figuren sind ihm während der Arbeit an „Die im Dunkeln sieht man nicht“ so ans Herz gewachsen, dass er bereits über eine Fortsetzung nachdenkt.

 

Sprecher:

Richard Barenberg hat in Leipzig Schauspiel studiert und fühlt sich auf der Bühne ebenso zu Hause wie vor der Kamera oder vor dem Mikrofon. Seine warme, unwiderstehliche Stimme und seine kluge Interpretation garantieren ein echtes Hörerlebnis.

Details:

Hörbuch

Argon Verlag (28.08.2019) (https://www.argon-verlag.de/2019/08/goetz-die-im-dunkeln-sieht-man-nicht/) 2 MP3- CDs / gekürzte Lesung / 10 Std.47 Min. / 19,95 Euro

ISBN: 978-3-8398-1746-9