„Das Diamantenmädchen“ von Ewald Arenz

„Das Diamantenmädchen“ bietet kurzweilige, historische und kriminalistische Unterhaltung!

Literaturwerkstatt- kreativ / Blog“ stellt vor:

Das Diamantenmädchen“ von Ewald Arenz

Wilhelm Kornfeld und der Nachbarsohn Paul van der Laan sind als Kinder dicke Freunde und unzertrennlich. Auch Wilhelms jüngere Schwester Lili nimmt oft an ihren Abenteuern teil. Und so lernen die Kornfeld Kinder schon früh alles über Diamanten, denn die Familie van der Laan ist im Diamantenhandel tätig und Pauls Großvater ein hervorragender Diamantenschleifer.

Doch nach dem Ersten Weltkrieg ist alles anders: Wilhelm gilt als vermisst, Paul vergräbt sich in der Diamantenschleifwerkstatt seines Großvaters, und Lili flüchtet ins Leben nach Berlin. Bei einem Essen lernt sie Staatssekretär Carl von Schubert kennen, und bald darauf bittet die deutsche Reichsregierung Lili um ihre Unterstützung: Von Schubert sucht nach einem erstklassigen Diamantenschleifer. Mit dem verdeckten Verkauf der wertvollen Steine will man die Reparationszahlungen der Siegermächte umgehen und so die Staatskasse füllen. Lili empfiehlt ihren Jugendfreund Paul. Als neben einer Leiche ein Rohdiamant gefunden wird, nimmt die Polizei die Ermittlungen auf – und alle Fäden laufen beim Diamantenmädchen Lili zusammen … „

Fazit:

Ewald Arenz ist schon lange einem breiten Publikum bekannt. Und spätestens nachdem 2021 die unabhängigen Buchhändler*innen seinen Roman „Der große Sommer“ zu ihrem Lieblingsroman gekürt haben, in aller Munde.

Nach „Alte Sorten“ und „Der große Sommer“ ist „Das Diamatenmädchen“ bereits das dritte Buch das ich von ihm lese und das mir auch diesmal wieder gut gefallen hat. Hierzu muss man jedoch wissen, das dieser Roman bereits im September 2011 bei Ars Vivendierschienen ist und somit keine Neuausgabe ist.

Der Autor entführt uns diesmal in die pulsierende Weltstadt Berlin der 20er-Jahren. Lässt uns eintauchen in die schimmernde Welt der Diamanten mit ihren Geschichten. Hier möchte ich lobend erwähnen, das Ewald Arenz hervorragend recherchiert hat. Und so gibt es immer wieder kleine Geschichten über berühmte Diamanten, eingewoben in die eigentlichen Geschichte, wie etwa die des Eureka-Diamanten der erste in Südafrika entdeckte Diamant. Aber wo Diamanten im Spiel sind, wird es meist auch oft blutig und ein Schwarzer wird ermordet aufgefunden; an dessen Leiche wird ein kleiner grüner Splitter eines Diamanten gefunden. Und so finden wir uns mitten in einer Kriminalgeschichte wieder. Allerdings kein hochkomplexer Krimi, sondern eher einer, der ohne viel Mord und Totschlag auskommt und ruhig daherkommt.

Auf dem Cover des Buches steht Roman, ich würde die Geschichte jedoch eher als ein Konglomerat von Roman, Krimi und Liebesgeschichte sehen. Arenz Erzählstil ist sehr ruhig und klar, ausgesprochen spannend, aber vor allem sehr bildhaft. Und so hatte ich die einzelnen Plätze in Berlin, aber auch die verschiedenen Protagonisten immer gut vor Augen und gleich eine gute Verbindung zu ihnen.

Was mich allerdings stark irritiert, ja schon ein wenig abgeschreckt hat, ist, dass ich so oft das „N“ Wort zu lesen bekommen habe. Auch wenn dies natürlich genau die Sprache dieser Zeit ist und Ewald Arenz vom Kontext her das sprachlich grundsätzlich richtig wiedergegeben hat – dessen bin ich mir völlig im Klaren –, empfinde ich diese rassistische `Kolonialsprache` in Büchern, die heute verfasst werden, als schwer erträglich. Vor allem, wenn sich dies ständig wiederholt. Einzelne Wörter hin und wieder hätten meines Erachtens zur Authentizität der Geschichte völlig ausgereicht. Vielleicht wäre auch ein kleines Nachwort hierzu von Seiten des Autors nicht verkehrt gewesen.

„Das Diamantenmädchen“ bietet kurzweilige, historische, kriminalistische Unterhaltung!






Die Rezension – „Der große Sommer“ – findet ihr hier: https://literaturwerkstattkreativblog.wordpress.com/2021/06/15/der-grose-sommer-von-ewald-arenz/








Autor:

Besten Dank an den „DuMont Buchverlag“ für das Rezensionsexemplar.

EWALD ARENZ, 1965 in Nürnberg geboren, hat englische und amerikanische Literatur und Geschichte studiert. Er arbeitet als Lehrer an einem Gymnasium in Nürnberg. Seine Romane und Theaterstücke sind mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden. Mit ›Alte Sorten‹ (DuMont 2019) stand er auf der Liste »Lieblingsbuch der Unabhängigen« 2019 und sowohl als Hardcover wie als Taschenbuch auf den SPIEGEL-Bestsellerlisten. Sein Roman ›Der große Sommer‹ (DuMont 2021) war 2021 »Lieblingsbuch der Unabhängigen« und steht ebenfalls seit Wochen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Sein neuer Roman ›Die Liebe an miesen Tagen‹ erscheint im Januar 2023. Der Autor lebt mit seiner Familie in der Nähe von Fürth.

Details:

DuMont Buchverlag (12.10.2022) ( https://www.dumont-buchverlag.de/buch/tb-arenz-diamantenmaedchen-9783832166670/) / Taschenbuch-Neuausgabe / 20,00 Euro / 320 Seiten / ISBN:978-3-8321-6667-0 / Originalverlag: Ars Vivendi, 2011

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